Schloss und Park Wolkenburg

Das über 800 Jahre alte Schloss mit dem klassizistischen Festsaal und dem terrassenförmigen Schlosspark laden zu vielen Konzerten, Ausstellungen und anderen schönen Erlebnissen ein.


Das weithin sichtbare Schloss ist das Wahrzeichen von Wolkenburg. Es wurde Ende des 12. Jahrhunderts erbaut und ist eines der aufregendsten Schlösser des Muldentals.
Seit dem 15. Jh. vollzog sich immer mehr der Wandel zur militärischen Festung einerseits und zum wenig befestigten Schloss andererseits. Die größte Veränderung erfuhr die Burg Wolkenburg 1694 - 1700.
Um das Bauwerk wurde ein Renaissancegarten angelegt. In die steil zur Mulde abfallenden Felsen wurden Terrassen gehauen. Den Haupttrakt der Anlage bildet der südlich gelegene dreigeschossige Wohnbau, den die Familie von Einsiedel selbst nutzte, wohingegen die gegenüberliegenden Wirtschaftsbauten vom Personal bewohnt wurden.

Die nächsten baulichen Veränderungen erfolgten 1760 - 1810. Der östliche Torturm wurde erneut verändert und zum heutigen Torturm umgebaut. Der Festsaal entstand im klassizistischen Stil.
Um 1873 brach man den nördlichen Gebäudeteil ab. Die Ringmauer blieb erhalten und wurde als Außenmauer genutzt. Als Neubau entstand im Anschluss das sogenannte "Witwenpalais" in der heutigen Form. Im Januar 2000 wurde Wolkenburg-Kaufungen Ortsteil von Limbach-Oberfrohna und im April diesen Jahres begannen die Sanierungsarbeiten auf Schloss Wolkenburg.

Bemerkenswert ist die geschichtliche Verknüpfung mit der Gießerei in Lauchhammer, wo die beeindruckenden Eisenkunstgussfiguren entstanden sind. Der damalige Besitzer Detlef Carl Graf von Einsiedel ließ sie im 18. und 19. Jahrhundert nach antiken Vorbildern gießen.
Sie sind im Schloss zu bewundern, der eiserne Apoll von Belvedere allerdings steht im Schlosspark, während sein Marmor-Original im Vatikan zu bestaunen ist.
Nach über 25 Jahren des Wartens konnten 2017 endlich Kopien von 4 Eisenkunstgussplastiken im Schlosspark aufgestellt werden und es wird zeitnah angestrebt auch Kopien der noch fehlenden Skulpturen an den Originalstandorten aufzustellen.
Durch die Förderung im Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen (EPLR)war es möglich geworden, die Kopien von "Vase", "Kandelaber", "Sidonie Albertine" und "Einschenkender Satyr" herstellen zu lassen und auf neuen bzw. restaurierten Sockeln im Park aufzustellen. Über dieses Förderprogramm ist ebenfalls der Apolloplatz im Schlosspark saniert und die dazugehörigen Gedenksteine und die Figur des "Bogenschnitzender Amor" restauriert worden.

Wer Schloss Wolkenburg aus der Zeit vor 1990 kennt kann bei einem Besuch in der Gegenwart am ehesten ermessen, wie gut es seitdem mit der Sanierung voran geht.
Bereits Mitte der 90er Jahre wurde im Rahmen der Sanierungsvorbereitung mit dem Rückbau der nach dem zweiten Weltkrieg zu Wohnzwecken umfunktionierten Räumlichkeiten begonnen und Notsicherungsmaßnahmen, wie z.B. das Dach über der Bibliothek, eingeleitet. Mit der Eingemeindung von Wolkenburg-Kaufungen nach Limbach-Oberfrohna im Jahr 2000 begannen dann die Sanierungsmaßnahmen in größerem Umfang.
Mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wurden zuerst die zweckmäßigsten Arbeiten erledigt. Das Hauptgebäude bekam ein neues Dach und die Fassade wurde erneuert. Nachdem auch die einmalige Bibliothek notgesichert war, wurde die Freitreppe wieder neu aufgebaut. Der Förderverein finanzierte dabei die Kopien der Lauchhammer Eisenkunstgussfiguren am jeweiligen Aufgang. Mit Unterstützung des Lions-Clubs Limbach-Oberfrohna konnte die Turmuhr an der Schlosszufahrt wieder in Gang gesetzt und für die Durchführung von Konzerten im Festsaal der historische Salonflügel restauriert werden. Er gehört zu den wenigen Originalmöbeln aus ehemals gräflichen Besitz, die im Schloss erhalten geblieben sind. Weitere Arbeiten waren die Notsicherung des Torturmes, der bei dieser Gelegenheit ein neues Dach, eine neue Turmkugel mit Wetterfahne und eine schmucke Fassade erhielt und die Sanierung des ehemaligen Pferdestalles (zwischen Torturm und Hauptgebäude). Die im neogotischen Stil erbaute Bibliothek wurde komplett saniert, der s.g. "Kanonenhof" neu aufgebaut und der in unmittelbarer Nähe befindliche Aussichtspunkt "Warte" ist komplett saniert.

Zusätzlich wurden weitere Maßnahmen realisiert, die die Nutzungsmöglichkeiten des Schlosses verbessert haben. Der Festsaal, der 1780 nach Plänen des sächsischen Hofbaumeisters Krubsacius erbaut wurde, erstrahlt seit Herbst 2004 in neuem Glanz Damit wurde Schloss Wolkenburg auch für Hochzeiten interessant. Die erste Hochzeit im "neuen" Festsaal fand im Dezember 2004 statt. Seitdem wird dieser Saal sehr oft für Trauungen genutzt und es finden regelmäßig Konzerte statt.
Mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wurde die Bibliothek restauriert. Der im neugotischen Stil als Kuppelbau in zwei Etagen um 1800 errichtete Raum kann seit Oktober 2005 in Begleitung der Museumsmitarbeiter besichtigt werden. Leider ist dort von dem ehemals sehr anspruchsvollen, historischen Buchbestand nichts mehr vorhanden. Fünf weitere Räume wurden ebenfalls saniert und bilden heute den musealen Teil des Schlosses. Diese werden für Wechselausstellungen und Kabinetten zur Familie der Grafen von Einsiedel und dem Maler Fritz von Uhde genutzt.

2019 erhielt das Schloss Wolkenburg eine großzügige Schenkung der Familie von Einsiedel, die 59 Gemälde und 60 Grafiken sowie zwei Eisenkunstgussbüsten umfasste. Bei den Gemälden handelt es sich fast ausschließlich um Porträts von Mitgliedern der Familie von Einsiedel und einiger ihr verbundener Personen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert. Zu den Motiven der Grafiken zählen unter anderem die Kirche zu Wolkenburg, Jagdansichten oder eine Reihe von Pferdedarstellungen aus dem 16. Jahrhundert. Mit der Schenkung konnte ein Teil der Familiengeschichte nach über 70 Jahren ins Schloss zurückkehren. 1945 wurde die Familie von Einsiedel, denen Schloss und Gutsherrschaft Wolkenburg seit dem 17. Jahrhundert gehörte, enteignet und vertrieben. Sie mussten nahezu ihren gesamten Besitz und die Einrichtung des Schlosses zurücklassen. Bei den nun rückgeführten Kunstgegenständen handelt es sich um ein Konvolut, das während der sogenannten Schlossbergung im Jahr 1949 nach Dresden verbracht worden ist. Seit 1990 war die Restitution der Kunstgegenstände möglich. Nach umfangreichen Recherchen in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wurden die ehemaligen Besitzer bzw. Nachkommen recherchiert und die Rückgabe angeboten. Dirk Hildebrand von Einsiedel und seine Schwester Huberta Kock waren sich einige, diese Objekte der Stadt Limbach-Oberfrohna zu schenken mit der Auflage, sie in naher Zukunft wieder auf Schloss Wolkenburg zu verwahren und zu zeigen. Es ist geplant, die Sammlung fachlich und restauratorisch aufzuarbeiten und als Grundstock einer neuen Dauerausstellung im Schloss zu zeigen. 

Impressionen in 360-Grad finden Sie hier.

Seit 2015 ist Schloss Wolkenburg Mitglied der Werbekooperation "Schlösserland Sachsen". Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Kontakt:
Schloss Wolkenburg
Schloss 3
09212 Limbach-Oberfrohna
Tel.: 037609/ 58170
E-Mail: post@limbach-oberfrohna.de