OB-Ansprache zur derzeitigen Lage

Stadtoberhaupt mahnt zur Besonnenheit und bittet Einwohner die nötigen Vorgaben der Staatsregierung umzusetzen

(aufgenommen für die Sendung des Kabeljournals am 26. März 2020)

Aktuelle Ansprache vom 30. März:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich möchte mich heute nach einer Woche Ausgangsbeschränkungen wieder an Sie mit einer kurzen Einschätzung der Lage wenden.

Die getroffenen Maßnahmen sind für ein freiheitliches Land wie unseres absolut ungewöhnlich, ja systemfremd und greifen in die Lebensabläufe eines jeden Einzelnen extrem ein. Es ist aus meiner Sicht dabei kein Problem, für eine begrenzte Zeit auf diverse Freizeitaktivitäten zu verzichten. Wirklich hart und existenzbedrohend sind die Beschränkungen im Wirtschaftsleben, die nicht nur die persönliche Wohlfahrt, sondern unseren gemeinsamen Lebensstandard bedrohen. Exemplarisch möchte ich darauf verweisen, dass unser größtes Unternehmen vitesco technologies komplett auf Kurzarbeit umgestellt hat. Es ist zu hoffen, dass die umfangreichen Maßnahmen von Bund und Land helfen, die Auswirkungen beherrschbar zu halten. Auch die Stadt Limbach-Oberfrohna ist im Rahmen Ihrer Möglichkeiten bestrebt, die heimische Wirtschaft durch Stundungen, Zuschüsse und Informationen zu unterstützen. Zurzeit bauen wir eine Plattform für lokale Unternehmen auf, die helfen soll, vor Ort Auftraggeber zu finden und die Onlineaktivitäten auszubauen. Zudem habe ich die Entscheidung getroffen, im Rahmen der gelockerten Vergaberegeln städtische Aufträge im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise an lokale Unternehmen zu vergeben. Kaufen Sie bitte wenn möglich bei Unternehmen und Einzelhändlern unserer Stadt ein, zumeist sicher online. Ich bin guter Hoffnung, dass unsere heimische Wirtschaft bei Ausschöpfung aller Möglichkeiten durch die Krise kommen wird. Helfen Sie bitte alle dabei mit!

Ein weiteres großes Problem ist der Verlust der gewohnten sozialen Kontakte. Hier sind besonders Ältere und hilfsbedürftige Personen betroffen, da ihr Kontaktkreis schon vorher eingeschränkt war und die modernen technischen Möglichkeiten weniger genutzt werden. Hier geht meine Bitte in die Richtung, dass Sie im Rahmen der Möglichkeiten Ihre Nachbarn, Verwandte und Freunde unterstützen. Wir werden in den nächsten Tagen eine Hilfeplattform auf unserer Stadtseite anbieten, um ehrenamtliche Helfer und Hilfsbedürftige zusammenzubringen.

Der Stadt wurde im Rahmen der Amtshilfe die Kompetenz übertragen, über die Kontrolle der öffentlichen Plätze hinaus das Kontaktverbot und die Schließungsverfügung zu überwachen. Bisher kann man sagen, dass sich alle Einwohner mit großer Disziplin an die Vorgaben gehalten haben. Dafür möchte ich mich bedanken und Sie darum bitten, weiter jegliche sozialen Kontakte zu vermeiden. Auch die Verwaltung hat frühzeitig die Grundlagen zur Eindämmung des Virus gelegt. Man kann sagen, dass sich die Maßnahmen bewährt haben. Bisher verzeichnen wir lediglich neun Fälle in unserer Stadt und liegen damit deutlich im unteren Durchschnitt. So soll es bleiben! Dafür müssen wir alle gemeinsam in den nächsten Wochen alles tun! Achten Sie zum Wohl Ihrer Familien, aber besonders zum Wohl der Älteren und Hilfsbedürftigen auf die gebotene soziale Distanz. Das ist jetzt das Wichtigste.

Zum Schluss möchte ich Sie zum Wohl unserer Heimatstadt Limbach-Oberfrohna um folgendes bitten:

Informieren Sie sich über alle Aspekte der Corona-Krise möglichst hier auf unserer Homepage oder nutzen Sie unser kostenfreies Bürgertelefon unter 0800-3388000, das wir personell deutlich aufgestockt haben. Unterstützen Sie unsere heimische Wirtschaft und üben Sie Solidarität mit Ihren Mitbürgern, die Hilfe benötigen.

Ihr Dr. Jesko Vogel