Seit Anfang des Schuljahres können auch die Goethe-Grundschüler nach dem Unterricht ein breitgefächertes Ganztagsangebot (GTA) nutzen. Der Freistaat Sachsen hat das Projekt mit 30 Millionen Euro ausgestattet. Viele Schulen unserer Stadt nutzen die Möglichkeiten, die das Förderprogramm bietet.
Die Goethegrundschule ist allerdings die einzige, bei der nicht die Stadt als Schulträger, sondern der Förderverein der Schule - gemeinsam mit Eltern und Lehrern - alles aus eigener Kraft gestemmt hat. „Wir wussten anfangs nicht, was da auf uns zukommt. Die Antragsstellung ist ein kompliziertes Prozedere und füllt einen ganzen Aktenordner. Das ist keine Arbeit, die man irgendwann abschließt, sondern fortlaufend fallen Verwaltungsaufgaben für das Projekt an. Auch das Abrechnungsverfahren muss akkurat erledigt werden“, berichtet Schulleiter Olaf Kreher von den ungezählten Freizeitstunden, in denen er gemeinsam mit dem Förderverein und dem Projektverantwortlichen überlegt und getüftelt hat, bis das Vorhaben starten konnte. Doch der Erfolg entschädigt für die Mühe. „Schüler und Eltern sind gleichermaßen begeistert. Manche Schüler würden am liebsten überall mitmachen. Es gibt 23 Angebote mit 273 Teilnehmern“, berichtet Projektverantwortlicher Jörg Neuhaus. Entsprechend des Schulprogramms „Bewegung fördert das Lernen“ bilden sportliche Angebote einen Schwerpunkt. Großen Wert legt die Schule auch auf die musische Förderung. Besonders stolz ist Schulleiter Olaf Kreher, dass in Zusammenarbeit mit der Musikschule eine Blechbläsergruppe mit zehn Schülern ins Leben gerufen werden konnte. Seit Januar gibt es auch eine Theatergruppe. Klöppeln, Töpfern und Basteln, all das fördert Kreativität und motorische Fähigkeiten. „Die Kleinen Köche“ sind so beliebt, dass der Kurs geteilt werden musste.
Weitere Angebote widmen sich der Lernförderung. Dazu zählen die Bücherwürmer die sich in der Bücherei der Schule treffen oder die Journalisten, die ihre ersten Beiträge über das Schulleben am PC verfassen. „Wir bieten auch Unterstützung bei Lese- und Rechtschreibproblemen und eine Hausaufgabenbetreuung. Einige Schüler brauchen auch fachmännische Hilfe von Logopäden und Physiotherapeuten, denn Sprachstörungen und Haltungsschäden nehmen zu“, berichtet der Schulleiter, der auf eine breite Unterstützung seines Kollegiums zählen kann. Zehn von 18 Lehrern beteiligen sich am GTA, auch ehemalige Lehrer und Eltern ziehen mit an einem Strang. Die Fördervereinsmitglieder arbeiten ohne Honorar. Nur so ist es möglich, dass die 750 Euro Eigenleistungen, die von der Schule gefordert werden, aufgebracht werden können.